Delta Crabs
Music – Live & Unplugged
from the Mississippi-Delta

Delta Crabs: Jörg Zittlau, Manfred Dirks und Andreas Gellert präsentieren den puren Blues-Sound

Delta Crabs – Pressestimmen

Sound vom Mississippi-Delta:
Folk, Blues und Gospel aus New Orleans
in Glanders Alter Kornbrennerei

Von Susanne Ehrlich
VERDEN: Folk, Blues und Gospel aus New Orleans präsentierte das Bremer Trio "Delta 2" beim Clubabend des Verdener Jazz- und Bluestage-Vereins in Glanders Alter Kornbrennerei. Die ungezwungene Atmosphäre von Privatheit, die Vielfalt der vertretenen Stil richtungen und das unverwechselbare Ambiente der alten Destille, das einem echten alten Jazzkeller sehr nahe kommt, machen aus jedem Clubabend ein Kult-Event.Mit Jörg Zittlau (Gitarren), Manfred Dirks (Bass) und Thomas Schwenen (Drums) trafen sich drei Musiker, die jeder eine ganze Vielfalt von Stilrichtungen und Erfahrungen mitbringen, so dass das Publikum ein denkbar farbenreiches Programm erlebte. Dem typischen Sound aus dem Mississippi-Delta und den Sümpfen rund um New Orleans waren deshalb jede Menge virtuose Solo-Einlagen, Improvisationen, Pop- und Rockcovers und nicht zuletzt eine witzige Moderation und Bühnenperformance beigemischt, in der sich die Musiker mit Vorliebe selbst auf die Schippe nahmen. Die Bandbreite des Repertoires bewegte sich von großartig interpretierten Blues-Traditionals wie "Hoochie-Coochie-Man" über liebevoll und opulent arrangierte Gospels und Oldies wie "Careless Love" von den Beach-Boys bis zu einem ganzen Country- und Folk-Set voller Cowboy-Nostalgie, Gitarrist Zittlau hatte außer seiner normalen Akustik-Gitarre, die er mit beeindruckender Virtuosität beherrscht, ein respektlos »Blechnapf« genanntes Instrument aus Vollmetall dabei, dem er mit dem Bottleneck die erstaunlichsten Klänge entlockte. Meisterhaft war auch sein Banjospiel, bei dem vor allem Fans des Country- und Western-Styles ins Schwärmen geraten konnten. Doch wenn sich die drei Musiker im traditionellen New-Orleans-Blues verloren, dann durften auch die Zuhörer Raum und Zeit vergessen. Denn in dem reinen Blues-Sound, der hier geboten wurde, liegen eigentlich die Wurzeln aller nur denkbaren nachfolgenden Musikrichtungen. Blues-Highlights wie "TuIsa Time" oder "Sweet Home Chicago" oder eben der mit aller nur denkbaren Blues-Leidenschaft ausgearbeitete "Hoochie-Coochie-Man" gingen direkt ins Blut. Das ganz spezielle Ambiente der Destille, die aussieht, als sei gerade gestern der letzte gute Tropfen aufs Fass gezogen worden, macht sicher nicht nur für das Publikum, sondern auch für die Musiker einen ganz speziellen Reiz aus. Die riesigen Fässer, auf denen man sein Bier parken kann, die verwinkelten Nebenräume, die vielen Schilder, Ventile und Rohre an den Wänden, das schummerige Halbdunkel - solch eine Location kann man nicht konstruieren, man kann nur das Glück haben, sie zu finden. In drei prall gefüllten Sets zogen die Musiker alle Register; der Zupfbass wurde zwischendurch auch mal zu einem enorm klangstarken Percussion-Instrument, und der Drummer griff zu einem winzigen brasilianischen Instrument namens Cavaquinho, das noch kleiner ist als die Ukulele, ließ die kurzen Saiten nur so springen und dabei im "Fußbetrieb" seinen energiegeladenen Beat nicht vermissen. Mit einem fantastischen Drum-Solo in Rollin' and Tumblin' ließ Schwenen sein Publikum abheben, und als Dreingabe erzählte Zittlau die gar grausige Geschichte vom Hund, der "ein echter Blueser" war und so wunderbar musikalisch jaulen konnte. Am Ende jedoch wurde er so vergesslich, dass er sein eigenes Herrchen biss, und das Lied, das nun gesungen wurde, jagte den Anwesenden kalte Schauer über den Rücken. Nichts tür schwache Nerven war auch die schräge Blues-Story von der lästigen Schwiegermutter: "Wilma, schaff deine Mutter weg von hier" dichtete und komponierte Zittlau, und man kann nur hoffen, dass dieser Song mit dem tödlichen Ausgang keine autobiografischen Züge trägt. Bis der Abend zur Nacht wurde, zeigten "Delta 2" keine Ermüdungserscheinungen, und die Veranstalter durften wieder einmal rundum zufrieden sein.

Delta Crabs – Player